HL7 FHIR®

HL7 FHIR® ist ein Standard zum Austausch von Gesundheitsdaten, welcher sich vor allem durch seine hohe Interoperabilität auszeichnet.

Kurz und gut

FHIR besteht grundlegend aus sogenannten Resourcen und der Definition einer API für die Verwaltung dieser.
Im Folgenden sollen die wichtigsten Eigenschaften von FHIR kurz und knapp vorgestellt werden.

Resourcen sind Repräsentationen von Entitäten und Konzepten, welche häufig im Gesundheitswesen auftreten (wie z.B. Patienten, Medikamente und Beobachtungen).

 

FHIR Ressourcen sind in sich abgeschlossen und

für sich selbst stehend gültig.

Dies bedeutet, dass alle für die korrekte Interpretation der Ressource notwendigen Daten innerhalb dieser verfügbar sind.

Metadata

Diese Daten liefern weitergehende Informationen für den Kontext, in dem die Ressourcen erstellt worden sind. Bspw. wird jeder Ressource eine eindeutige ID zur Wiedererkennung dieser gegeben. Zudem werden Informationen, wie das Datum der letzten Änderung gespeichert, sodass verarbeitende Systeme erste Informationen aus der Ressource beziehen können, ohne sie inhaltlich interpretieren zu müssen.

 

Narrative

Um auf einer grundlegenden Ebene eine „menschliche“ Interoperabilität herstellen zu können, kann jede Ressource eine menschenlesbare Beschreibung der Daten enthalten. So können im Notfall die relevanten Daten manuelle aus der Ressource entnommen werden.

 

Elements & Extension

Der FHIR-Standard an sich bietet, durch die Beschreibung von Ressourcen, einen Katalog von Datenfeldern und Datentypen durch welche ausgetauschte Daten in einer Vielzahl von ‚Use Cases‘ im Gesundheitswegen beschrieben werden können.

Um den Standard jedoch implementierbar zu halten, zielt dieser nicht auf eine vollständige Beschreibung des Gesundheitswesens ab. Im Falle des nicht-vorhandenseins bestimmter Elemente können diese Problemlos und interoperabel durch Erweiterungen hinzugeführt werden. Hierdurch kann FHIR auf die jeweilige Institutions- & Organisationsebene angepasst werden.


FHIR am Beispiel einer Patientenakte

In einigen Fällen ist es sinnvoll mehrere Ressourcen in Ihrem gesamten Kontext zu betrachten. Hierrunter fällt zum Beispiel eine Patientenakte. Diese enthält Informationen über den Patienten, den betreuenden Arzt und dem ausgearbeiteten Pflegeplan.

FHIR bietet die Möglichkeit, Ressourcen über logische Identifier zu verknüpfen. Diese einzelnen ‚Puzzelteile‘ müssen jedoch nicht notwendigerweise auf einem gemeinsamen FHIR-Server vorliegen, sondern können Institutionsübergreifend abgefragt werden.


Semantik von FHIR

 

Ein semantisches Verständnis der ausgetauschten Resourcen ist ein grundlegender Bestandteil von Interoperabilität.
Anderenfalls kann nicht sichergestellt werden, dass der Empfänger eindeutig bestimmen kann, wie die Inhalte der Senders zu interpretieren sind.
Um Mehrdeutigkeiten auszuschließen, bietet FHIR hierzu Integrationsmöglichkeiten mit externen standardisierten Terminologien, wie z.B. SNOMED CT.
Als Resultat können Elemente der FHIR Resourcen mit maschinenlesbaren Sammlungen von medizinischen Kennzeichnung verknüpft werden.
Dies ermöglicht es, dass alle Kommunikationspartner die versendeten Inhalte identifizieren, "verstehen" und wie orginal geplant weiterverarbeiten können.

Im Allgemeinen ist FHIR eine "Plattfrom"-Spezifikation.
Dies bedeutet, dass FHIR auf internationaler Ebene grundlegend geltende Regeln vorgibt.
Auf dieser Basis können konkrete Implemenationen, welche zueinander interoperabel sind, gestaltet werden.
FHIR bietet die Möglichkeit, sich somit maßgeschneidert an organisationsspezifische Vorgaben anzupassen.
Weitere Restriktionen sind durch sogenannte Profile darzustellen, zusätzliche Elemente für Resourcen sind per Extensions hinzufügbar.
Solche Profile / Extensions können in einer Hierarchie eingeordnet werden, sodass nationale, regionale, system-spezfische Anpassungen in einer flexiblen Art und Weise möglich sind.